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El Salvador

  • Frank Stäheli
  • 29. Juni 2019
  • 5 Min. Lesezeit

Nach unserem Vulkan-Abenteuer fahren wir nach Antigua. Es sind nur 40 km und so sind wir vor Mittag auf dem Campground. Hier treffen wir die "5 Freunde", welche über Belize und den Norden von Guatemala nach Antigua gereist sind. Wer hätte gedacht, dass sich unsere Wege nochmals treffen. Wir erleben ein tolles Wiedersehen. Die Kids sind umgehend beschäftigt und leben ihre Fantasie auf dem Schrottplatz des Campingplatz aus. Gegen den Abend fahren Felix und Tina aus der Schweiz mit ihrem Landcruiser auf den Platz. Wir haben sie in Mexiko bei der Flamingotour zum ersten Mal getroffen und hätten wirklich nicht gedacht, dass sich unsere Wege nochmals kreuzen. Es ist ein grosser Zufall. Am darauffolgenden Tag besichtigen wir Antigua. Unseres Wissens die einzige Kolonialstadt in Guatemala. Ja, wir haben schon viele von diesen malerischen Kolonialstädten gesehen, dennoch ist jede wieder eigen und auch Antigua hat ihren Scharm. Wir ziehen die Stadtbesichtigung nicht in die Länge, da die Kids lieber mit den 5 Freunden auf den Schrottplatz spielen möchten.

An nächsten Nachmittag begleiten wir die 5 Freunden in eine Kletterhalle. Die Kids schlagen sich ganz gut in der Wand und auch Frank kämpft mit seinem Muskelkater, welcher ihm noch vom Vulkantrekking in den Beinen sitzt.

Heute ist Layla's grosser Tag. Sie feiert ihren 5. Geburtstag. Umso schöner ist es, dass auch die 5 Freunde, Tina und Felix mit uns feiern können. So erleben wir einen richtigen Kindergeburtstag. Geschenke auspacken, Piniata zerschlagen, Kuchen essen, Spiele spielen... Layla geniesst ihren Geburtstag in vollen Zügen.

Nach diesen gemeinsamen Tagen mit den 5 Freunden naht wieder einmal mehr der Abschied. Zum 15. Mal sagen wir den 5 Freunden tschüss und wer weiss ob wir sie nochmals treffen.

Wir machen uns auf den Weg zur Grenze nach El Salvador. Unterwegs übernachten wir bei einem Schweizer Hotel. Die Besitzerfamilie führt das Hotel in 3. Generation. Leider spricht die Familie kein Schweizerdeutsch mehr. Dennoch spüren wir ihre Verbundenheit zur Schweiz. Wir werden wie Ehrengäste behandelt. Die hier berühmte Rösti zum Frühstück lassen wir uns nicht entgehen. Mhhhhh....

Die letzten 90km zur Grenze sind eher mühsam, da wegen eines Festes unsere geplante Strasse gesperrt ist. Wir müssen einen Umweg durch die kleinen Dörfer in Kauf nehmen. Dies ist nicht einfach mit unserem Lasti. Abseits der Piste geraten wir dann prompt noch in eine Polizeikontrolle. Frank ignoriert den zögernden Polizisten am Strassenrand, da auf dieser Strasse eigentlich ein LKW Fahrverbot gilt. Wir fahren an der Kontrolle vorbei. Doch scheinbar sind die beiden Polizisten arbeitswütig und nach kurzer Zeit folgen sie uns und wir müssen anhalten. Mit der Ausrede, dass ein anderer Polizist uns diese Umleitung empfohlen hat, war es mit der anschliessenden Ausweiskontrolle auch getan. Zum Glück!!!

Kurz vor der Grenze betanken wir unseren Lasti mit dem günstigen Diesel (70Rp/l). Die Ausreise geht erstaunlicherweise ohne Probleme. Wir haben schon Story gehört, bei denen die Touris bis zu 6 h an der Grenze verbracht hatten. Nach einer halben Stunde sind wir auf der anderen Seite der Brücke gut in El Salvador angekommen. Dort treffen wir per Zufall auf Felix und Tina. Sie haben die Einreiseprozedur gerade hinter sich. Wir benötigen nochmals 45min für die Einreise und anschliessend fahren wir zu einer Thermalquelle. Felix und Tina sind auch da und wir verbringen die erste Nacht auf dem selben Stellplatz. Zusammen geniessen wir die unterschiedlich temperierten Bäder und lassen unsere Seele etwas baumeln.

El Salvador ist ein Land mit einem schlechten Ruf. Hier liegt die Mordrate bei 1000:44. Betrachtet man die Mordrate in der USA, liegt diese bei 1000:1. Dies ist ziemlich alarmierend. Diese Alarmsignale bemerken wir bereits auf unserem ersten Stellplatz. Nach unserer Ankunft auf dem Camping tauchen auch sogleich 3 Polizisten auf. Sie plaudern über eine Stunde mit uns, bis sie sich wieder aus dem Staub machen. Weiter entdecken wir 3 Soldaten, welche auf der Zufahrtstrasse patrouillieren. Man scheint sich Sorgen um uns zu machen. Es ist schwer einzuschätzen ob die Sorgen berechtigt sind, oder ob man bei Touristen auf Nummer sicher geht. Unser erster Eindruck von den Menschen hier ist wieder einmal mehr sehr positiv. Die Leute winken uns zu und haben wie überall in Zentral Amerika Freude an europäischen Touristen. Auf jedenfalls werden wir Vorsichtig sein und uns auf unser Bauchgefühl verlassen.

In El Salvador springt uns nicht wirklich ein Highlight an, welches wir dringend sehen möchten. So bewegen wir uns ohne grosse Umwege Richtung Süden. Auf dem Weg besuchen wir einen Wasserpark mit renovierungsbedürftigen aber coolen Rutschen und einer undurchschaubaren Wasserqualität. An der Küste verbringen wir dann noch einige Tage am Strand. Es ist extrem heiss und wir sind einmal mehr froh, dass wir die Klimaanlage für eine angenehm kühle Nacht einschalten können. nach 7 Tagen El Salvador stehen wir nun vor der Grenze zu Honduras. Auch hier geht die Aus- und Einreiseprozedur erstaunlicherweise gut und die Zöllner sind alle sehr hilfsbereit. Von hier sind es 130 km bis zur Grenze nach Nicaragua. Honduras hat in dieser südlichen Ecke nicht viel zu bieten und wieder nördlich an die Karibikküsten möchten wir nicht fahren. So durchfahren wir das Land. Es ist ein langer Tag und wir müssen noch genug Zeit für den nächsten Grenzübertritt nach Nicaragua einplanen, da dieser um 18:00 Uhr schliesst. Auf der Strecke kurz vor Choluteca geht dann plötzlich nichts mehr. Es ist drückend heiss und vor uns macht sich eine lange Autokolonne breit. Wir entdecken schwarzen Rauch am Himmel. Frank erkundigt sich bei einem LKW Fahrer nach dem Grund. Es gibt Proteste in der Stadt mit Strassenblockaden. Diese werden jedoch häufig um die Mittagszeit aufgelöst. Wir warten ca. 1 Stunde und dann geht es tatsächlich wie aus dem Nichts wieder vorwärts. Wir fahren an vielen schwer bewaffneten Polizisten und brennenden LKW-Reifen vorbei. Auch wenn für uns die Situation nie gefährlich wurde, machen wir uns unser Gedanken. Politische Stabilität und die Sicherheit im Land ist hier nicht selbstverständlich.

Von hier aus geht es nun hinauf in die Berge und wir spüren wie es angenehm kühl wird. Die Ausreise aus Honduras ist wiederum problemlos. Bei der Einreise nach Nicaragua hat der Zöllner dann unser Motorrad und die Fahrräder bemerkt. Der Anfang eines 4 stündigen Grenzübertrittes. Unsere Dokumente werden von einem Tisch zum anderen gereicht und keiner hat eine Ahnung was der Zoll mit dem Motorrad und den Fahrräder anstellen soll. Nach 2 Stunden teilt man uns mit, dass wir das Material offiziell verzollen müssen. Wir widersetzten uns, da wir keine Tax für die mittlerweile rostigen Fahrräder bezahlen möchten. Anschliessend kommt unser Fall auf den Tisch der Chefin und wir einigen uns darauf, dass wir das Material auf einem Transitdokument aufführen. Nachdem Frank alle Chassisnummer der Fahrräder und des Motorrades notiert hat sehen wir auch ein Ende der Zollformalitäten. Nach 4 Stunden, pünktlich auf den Feierabend (18:05 Uhr) verlassen wir den Zoll und sind froh, dass wir für unseren nächsten Stellplatz nur noch 10 min fahren müssen.


 
 
 
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