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Kiten im Paradies

  • Frank Stäheli
  • 19. Mai 2019
  • 4 Min. Lesezeit

Endlich haben wir wieder einmal eine vernünftige Internetverbindung und wir können unseren Blog aktualisieren. Häufig reicht die Signalstärke nur für Nachrichten oder einzelne Fotos via WhatUp, welches wiederum längere Sendedauer benötigt. Was in der Schweiz als selbstverständlich gilt ist hier eine Seltenheit. So geniessen wir es, wenn wir gutes Internet haben. Wir machen dann Telefonate mit Familie und Freunden, Googeln aufgestaute Wissenslücken, aktualisieren unser Blog, laden einige Filme auf Vorrat herunter und natürlich werden die automatischen Update auf allen unseren Geräten gemacht. So hat es nun auch dieser Blog ins Netz geschafft.

Gestern sind Erika und Roli zurück in die Schweiz geflogen. Wir geben die Schlüssel unserer Feriennwohnung ab und richten uns im Lasti wieder ein. Mit einem weinenden Auge fahren wir Richtung Cancun. Die nächsten Tage möchten wir auf der Halbinsel Isla Blanca verbringen. Zuvor machen wir unsere Besorgungen und füllen unsere Vorräte auf. Auf die Halbinsel führt eine Schotterpiste. Auf der einen Seite eröffnet sich eine riesige Lagune und auf der anderen Seite sehen wir das türkisblaue karibische Meer. Die Zivilisation wird immer weniger und schlussendlich stellen wir uns an einen beinahe einsamen Strand. Gleich in de Nähe hat eine Kiteschule ihren Spot. Ein Traum! Durch die Sanddünen steht der Lasti etwas Windgeschützt und die Lagune ist ein riesiges Kiterevier mit stehtiefem Flachwasser. Die Wassertemperatur ist gleich wie in einer Badewanne und Frank kann seinen Kite direkt neben dem Lasti aufstellen. Tagsüber hat es einige Tagestouristen und natürlich andere Kiter. Gegen den Abend wird es ruhig und wir haben den Strand und die ganze Lagune für uns.

Hier treffen wir Pedro und Nadine aus der Schweiz. Sie verbringen hier in einem nahegelegenen Hotel ihre 3 wöchigen Kiteferien. Weiter lernen wir Yochai aus Israel und Sigitas aus Litauen kennen. Beide sind auf Reisen und verbessen hier ihre Kitekünste. Die Kids geniessen die Bekanntschaften und laden fleissig zu Kaffee oder Bier ein. Frank kommt voll und ganz auf seine Kosten und steht jeden Abend bis zum Sonnenuntergang auf dem Bord. An einem Nachmittag regnet es in Strömen und der Wind hat das Wasser rund einen halben Meter hoch in die Lagune gedrückt. Drei Mal müssen wir den Lasti verstellen, da das Wasser immer höher kommt. Am Morgen darauf gelingt es auch dem mexikanische Osterhasen dennoch die gekühlten "Schokoladeneili" zu verstecken. Nun ist Geschwindigkeit gefragt, damit die Kids den "Schoggihase" noch in voller Form finden und dieser nicht davon schmilzt. Lenn hatte nicht einmal Zeit seine Hosen anzuziehen und sucht nackt den Strand ab.

Die Zeit vergeht wie im Flug und schon ist eine Woche vorbei. Unser nächstes Ziel ist ein Camping in Cancun. Hier können wir unser Abwasser wieder einmal entleeren, unsere Wäsche waschen, den Lasti entsanden, den Pool geniessen, den Kite reparieren, uns im Shushi machen üben.... . Auch hier hört die Sanduhr nicht auf zu laufen und wir bleiben zwei Nächte anstatt eine geplant. Anschliessend fahren wir von Cancun weiter Richtung Süden der Küste entlang.

In Xpu-Ha gibt es neben all den Hotels und Jungel auch für uns wieder einmal Meerzugang. Es gibt nur einige Restaurants und einen kleinen Campingplatz. Vera und Dirk aus Deutschland geniessen hier ihr Rentnerleben und pendeln jeweils zwischen Deutschland und Mexiko. Wir sind für 5 Nächte ihre Nachbarn. Wie an der ganzen Ostküste von Mexiko hat es auch hier viel Seegras am Strand. So sind die ersten 5-10 Meter häufig mit Seegras vermischt. Erst anschliessend können wir das klare warme Wasser geniessen. Wir machen neben Baden, Schnorcheln und fein essen nicht viel anderes. Der Abwechslung zuliebe besuchen wir an einem Tag die Cenote Chikin-Ha. Sie besteht aus 3 Cenoten. Die erste ist ein offener Kalksteineinbruch und hat wie alle Cenoten glasklares Wasser. Die Zweite ist eine geschlossene höhlenähnliche Centote mit zwei Eingängen, wobei man von einem zum anderen schwimmen kann. Die Dritte ist eine trockene Höhle, in welcher die Mayas ihre Zeremonien halten. Es hat nicht viele Touristen. Ab und zu kommt ein Tourbus mit ca. 10 Personen. Diese müssen jedoch nach 10 min schon wieder aus dem Wasser um ihre Sandwiches zu knabbern. Für uns ganz amüsant zu sehen wie die Touris hier schon beinahe militärisch von ihren Guide herumkommandiert werden. Es hat auch einige Taucher, die hier in dem Höhlensystem tauchen gehen. Viele der Cenoten sind unterirdisch miteinander verbunden. Lenn ist natürlich ganz fasziniert von der technischen Ausrüstung und möchte von nun an auch Taucher werden.

Auf dem Camping lernen Sonja aus Deutschland mit ihrem Hund Maya kennen. Sie wohnt hier in einem Camper und arbeitet als Touristenführerin. Sie verrät uns den einen oder anderen Geheimtipp. An ihrem freien Tag führt sie uns durch Tulum und zeigt die besten Spots und ein kleines gemütliches Backbackerrestaurant am Meer. Einer ihrer Geheimtipps. Als Dankeschön schaut sich Frank am nächsten Tag ihr Auto an, da nicht alles so läuft wie es eigentlich sollte.

30 km südlich liegt Akumal. Bekannt wurde der Ort durch die Meeresschildkröten, welche sich hier ganzjährig aufhalten. Auch wenn das Spektakel ziemlich touristisch ist, wagen wir etwas abseits des grossen Touristenstroms einen Versuch. Tatsächlich! Wir können 2 Schildkröten beim fressen beobachten. Scheinbar sind sie Menschen gewohnt. Sie lassen sich nicht stören und schwimmen sogar um uns herum. Am Abend möchten wir auf dem Parkplatz beim Strand übernachten. Doch der Parkplatzbesitzer möchte, dass wir auch für die Nacht zahlen. Der Betrag ist zu hoch und so entscheiden wir uns ins Dorfzentrum zu fahren. Gemäss unserer iOverlander-APP hat es dort ein Fussballfeld, auf welchem wir gratis übernachten können. Es ist bereits dunkel doch nach 5 Minuten sind wir bereits dort. Doch auf dem Fussballfeld hat eine "Chilbi" ihre Bahnen aufgestellt. Wir stellen uns mit dem Lasti an den Rand. Wir plaudern mit einigen Standbesitzer, da sie ganz fasziniert von unserem Lasti sind. Obwohl sie Leute nicht viel besitzen bekommen die Kids ein Spielzeug von der Schiessbude geschenkt. Als wir uns dann mit einer schweizer Schoggi bedanken, fallen sie Tatjana um den Hals und man könnte meinen das wir uns schon ewig kennen. Die Offenheit und Herzlichkeit ist wie immer unbeschreiblich. Die Kids geniessen die Bahnen und können nicht genug kriegen. Gleich neben an findet ein traditioneller Umzug mit Feuerwerk statt. Es ist ein warmer Sommerabend und wir erkennen, dass vielfach die schönen Momente ungeplant auf einem zukommen. Spät am Abend fallen die Kids dann todmüde ins Bett und um 23:00Uhr ist dann auch auf der Chilbi Feierabend und wir verbringen eine ruhige Nacht.


 
 
 
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