Die Kolonialstädte
- Frank Stäheli
- 24. März 2019
- 3 Min. Lesezeit
San Miguel de Allende liegt rund 1900 m.ü.M. und so ist das Klima angenehm warm und nicht brütend heiss wie wir das befürchteten. Wir stehen auf einem Camping ca. 3km ausserhalb der Stadt, da wir mit unserem Lasti für diese Kolonialstädt definitiv zu gross sind. Mit dem Colectivo Bus fahren wir morgens ins Stadtzentrum. Und wau... schon als wir aus dem Bus aussteigen sind wir beeindruckt. Die Stadt besteht aus unzähligen kleinen bunten Gassen und je weiter wir in das Stadtzentrum hineinlaufen, kommen wir aus dem stauen nicht mehr heraus. Es ist unsere erste Kolonialstadt, welche wir besuchen. Es hat unzählige Fotomotive und man fühlt sich wie in einem Freilichtmuseum. Wir lassen uns von einer Gasse zur nächsten treiben. Die Stadt hat viele Galerien mit Kunst aus allen Richtungen. So ist sie auch Bekannt bei vielen Künstler, welche hier ihre Inspiration holen. Wir gönnen uns ab und zu ein Kaffee oder ein Eis in einem gemütlichen Restaurant, welche es hier zu Hunderten gibt. Alle sind sehr lieblich und gemütlich eingerichtet. In den Innenhöfen der Hotels ist alles sehr verwinkelt und mit vielen Blumen verzieht. Das eine oder andere besichtigen wir unserer Neugier zuliebe und würden am liebsten eine Nacht darin verbringen. Auch einige der unzähligen Kirchen besichtigen wir, wobei die Kids die katholischen Kirchen faszinierend finden. Die vielen doch eher brutalen Bilder und Jesus, welcher immer wieder am Kreuz hängt wecken bei den Kinder Fragen auf, welche wir versuchen zu beantworten.
Den Kindern zuliebe begnügen wir uns nur mit einem Tag in San Miguel de Allende. Man könnte hier eine Woche verbringen und zudem das Nachleben auskosten, welches hier schon tagsüber gemütliches erahnen lässt.
Die Stadt San Miguel de Allende:
In etwa 80km Entfernung liegt die Stadt Guanajato. Ein weiteres Muss wenn man in Mexiko ist. Auf dem Weg dorthin müssen wir zum ersten Mal wenden da hier an einer Stelle die Äste eines Baumes zu tief hängen. Geschehe nichts schlimmeres und wir haben ja Zeit!!!
Auch in Guanajato stehen wir ausserhalb der Stadt. Wir möchten wieder den Colectivo Bus benutzen. Eine Frau ist jedoch so freundlich und nimmt uns mit ihrem Auto direkt ins Stadtzentrum mit. Guanajato liegt in einem Tal und da die Mexikaner hier wenig Platz für Strassen haben, befinden sich die Strassen im Untergrund. Im Stadtzentrum kann man immer wieder in den Untergrund steigen und die grossen und alten Tunnels bestaunen. Die Tunnels geben der Stadt einen ganz eigenen Charakter. Doch das ist nur die eine Seite von Guanajato. Auch diese Stadt ist in der Kolonialzeit entstanden. Bunt geschmückte Kirchen, kleine grüne Parks, steile Gassen und die alten verwinkelten Häuser bringen uns auch hier zum Staunen. Wir fahren mit einer Standseilbahn zu einem Aussichtspunkt und erhalten einen tollen Ausblick über die bunte Stadt. Den Weg hinab ins Zentrum machen wir dann zu Fuss durch schmale Gassen, in welchen sich die Kids immer wieder verstecken können. Um den Scharm der Stadt noch etwas intensiver zu spüren bleiben wir bis spät am Abend. Wir geniessen das schlendern durch die Strassen und spüren wie die alten Mauern ihre Wärme der Sonnenstrahlen, welche sie tagsüber eingefangen haben abstrahlen. Gegen 20:00 Uhr müssen wir uns beeilen um den letzten Bus noch zu erwischen. Da wir mit dem Auto in die Stadt gefahren sind wissen wir nun nicht genau wo die Busstation ist. Nach mehrmaligem Fragen und natürlich immer wieder mit einer anderen Wegbeschreibung möchte Tatjana und Lenn schon ein Taxi nehmen. Franks etwas sturer Kopf lässt dies jedoch nicht zu und fragt sich nochmals durch. Zu guter Letzt haben wir die Bushaltestelle dennoch gefunden. Jede Busfahrt ist hier ein Erlebnis für sich und so hat sich das Suchen gelohnt. Nach zwei Tagen in Guanajato haben die Kids nun definitiv eine Überdosis an Kolonialstäten. Unser nächstes Ziel ist Tolatongo. Es sollen super gemütliche Thermalquellen sein. Wie immer lassen wir uns Überraschen.
Die Stadt Guanajato: