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Adios Baja California

  • Frank Stäheli
  • 10. März 2019
  • 7 Min. Lesezeit

Wir haben uns von unseren Reisebekanntschaften in Los Barrilles verabschiedet und im Supermarkt unsere Vorräte noch aufgestockt. Danach machen wir uns auf den Weg nach Los Frailes. Die Strassen dorthin ist nicht mehr befestigt und teilweise vom Regen verwaschen. Wie schon mehrmals müssen wir auch hier einige Bäume stutzen, da unser Lasti zu hoch ist. In Los Frailes stehen wir wild und direkt am Meer. Der Platz ist wieder ein Mal mehr traumhaft. In der Nähe hat es einen Nationalpark, welcher bekannt für sein Unterwasserwelt ist. Beim Schnorcheln sehen wir die grosse Fischschwärme und unzählig viel verschiedene Fischarten. Die Kids sind mittlerweile super Schnorchelprofis und haben viel Spass daran. Es macht richtig Spass mit den Kids im Schlepptau die Unterwasserwelt zu erkunden.

An unserem Beach hat es viele Fischer mit ihren kleinen Booten. Es gibt immer etwas zu sehen; hunderte Fische ausnehmen, Fische umladen, Boote reparieren... Lenn und Layla schauen so gespannt zu, dass sie immer wieder mal einen frischen Fisch geschenkt bekommen. Die Mexikaner haben ein wirklich grosses Herz und Kinder dürfen hier beinah alles haben und machen.

Nach zwei Tagen treffen wir hier in Los Frailes auf Richy und Michi mit ihrem Hund Ricki. Sie sind auch mit einem LKW unterwegs und wir haben sie in Death Vally (USA) kennengelernt. Wir glaubten schon nicht mehr daran, dass wir sie nochmals treffen. Da sie schon seit Dezember hier auf der Baja California sind, kennen sie den einen oder anderen Geheimtipp. So erzählen sie uns von der Seelöwenkolonie, welche sich etwas ausserhalb der Bucht befinden. Wir entschliessen uns, alles was schwimmt aufzupumpen und zu den Seelöwen hinaus zu paddeln. Wir mit dem SUP und Schlauchboot, Richy und Michi mit Kanu und Surfbrett. Der Gegenwind macht das ganze etwas sportlicher, doch schlussendlich hat sich die Mühe richtig gelohnt. Mit etwas mulmigen Gefühl springen wir bei den wild lebenden Seelöwen ins Wasser. Unglaublich!!! Sie tanzen um uns herum und so wie wir das als Leihe deuten können, haben wir auch zwei Seelöwen beim Paarungsakt beobacht. Sogar Lenn und Layla wagen sich trotz Wellengang mutig ins dunkle Wasser. Lenn's Anspannung lässt nach, sobald er die ersten Seelöwen beobachten kann. Layla möchte dann doch wieder ins Boot, da sie wegen einer Welle viel Wasser geschluckt hat. Wir sind richtig stolz auf unsere Kids. Der Rückweg geht dann dank Rückenwind ganz flott.

Mit frischem Fisch machen wir unser erstes "Ceviche". Ein Gericht das hier weit verbreitet ist. Es besteht aus rohem Fisch, welcher nur durch die zugegebene Zitronensäure seine Konsistenz und sein Geschmack verändert. Es schmeckt richtig erfrischend und ist das perfekte Mittagessen an einem heissen Beachtag.

Am nächsten Tag bläst der Wind so stark, dass Frank und Michi ihre Kites aufstellen können. In der Bucht ist das Wasser super. Leider ist der Wind etwas böig. Dennoch haben sie es genossen, so ganz alleine in der weiten Bucht zu kiten. Am Abend bekocht uns Michi mit einer österreichischen Spezialität, es gibt leckeren "Kaiserschmarrn". Fein, die Kids lieben die Süssspeise und wir natürlich auch. Draussen am romantischen Strandfeuer lassen wir mit einem kühlen Bier jeweils den Tag ausklingen.

Nach 5 erlebnisreichen Tagen fahren wir zusammen weiter die Küste entlang. Es kommen super einsame Strände. Die Schwierigkeit ist es einen etwas Windgeschützen Platz zu finden. Wir haben Glück und finden einen Spot, welcher zum Windschutz hinter einem Hügel auch noch für beide grossen Fahrzeuge genug Platz bietet. Die Kids geniessen die Gesellschaft von Richy und Michi. Gerne blödeln sie herum, begleiten Michi beim Spaziergang mit ihrem Hund Ricki, Bodyboarden zusammen, spielen gegeneinander UNO und Rumikub oder verbringen sonst viel Zeit miteinander. Wir erleben super entspannte Tage.

Nicht weit vom Beach entfernt sehen wir die Wale springen. Es ist immer wieder faszinierend wie die Tiere aus dem Wasser schiessen oder mit ihren grossen Flossen auf das Wasser platschen. Trotz starkem Gegenwind versucht Richy sein Glück mit der Drohne. Gar nicht so einfach einen Wahl auf dem offenen Meer aus der Vogelperspektive zu finden. Von unserem Nachbarn (ein Gringo) werden wir überraschend zum Pizzaessen eingeladen. Die Pizza ist lecker, jedoch müssen wir bei den hygienischen Bedingungen in seinem Camp beide Augen zudrücken. Zum Glück haben wir die darauffolgende Nacht ohne Toilettengang überstanden. Einen Tag später liegen dann Layla und Lenn mit hohem Fieber flach im Bett. Beinahe auf die Stunde genau sind die beiden krank geworden. Sie sind tapfer und folgen der Krankenschwester Mama, damit sie schnell wieder gesund werden. Wir bleiben noch einen Tag länger und warten bis die Kids wieder Fit sind.

Nun aber geht auch diese super schöne Zeit mit Richy und Michi zu Ende. Sie fahren wieder nordwärts und wir weiter nach "Cabo San Lucas". Wir machen nach rund 1.5 Wochen wieder einmal einen Grosseinkauf. Die Stadt ist die Partystadt schlecht hin und super touristisch. Vor 15 Jahren wäre das unser Reiseziel gewesen. Doch nun mit unseren Kids durchfahren wir die Stadt und so sind wir schnell um die Südspitze der Baja California herum und schon wieder auf der Westseite Richtung Todos Santos unterwegs.

Wir sehen riesige einsame Strände, an welchen man locker wieder eine Woche stehen könnte. Da wir jedoch nun bereits 7 Wochen auf der Baja California sind können wir nicht überall stehen bleiben. Da nun hier am Pazifik die Wellen wieder gigantisch gross sind und nicht zum Baden einladen fahren wir weiter in das Dörfchen Todos Santos hinein. Hier gibt es eine Schildkrötenaufzucht, welche um diese Jahreszeit jeden Abend die frisch geschlüpften Schildköten ins Meer lässt. Bei uns sind es 17 Stück und wir dürfen sogar 2 Stück beim Sonnenuntergang ins Meer begleiten. Wir taufen sie Naymar und Patschi. Es ist brutal, wenn so kleine Schildkröten, welche noch keinen Tag alt sind von einer so gigantisch grossen Welle erfasst und ins Meer gespült werden. Hinaus ins grosse Meer ganz auf sich allein gestellt. Es ist bereits dunkel, als wir zum Lasti zurückkehren. So übernachten wir gleich hier auf dem Parkplatz. Die Nacht ist diesmal etwas lauter, da viele Jugendliche hier zum Strandparkplatz fahren um ihre Bierchen zu trinken. "La Fiesta" machen bei den Mexikaner etwas lauter als wir das gewöhnt sind.

Am Tag darauf machen wir uns bereits wieder auf den Weg nach La Paz. Somit haben wir unsere südliche Rundreise beendet. In La Paz möchten wir noch mit den Walhaien schnorcheln gehen. Normalerweise geht das hier mit einer Tour. Richy und Michi haben uns jedoch den Spot verraten, an welchem sich die Walhaie herumtreiben. Wir fahren wir direkt zu diesem Strand, welcher sich ausserhalb von La Paz befindet. Da Anja und Stefan auch in der Nähe der Stadt sind kommen sie auch zu uns an den Beach. So wagen wir bereits am Abend den ersten Versuch. Beim hinauspaddeln entdeckt Layla zwei Delfine, welche erstaunlich nahe immer wieder in unsere Nähe kommen. Bezüglich Walhaie haben wir mittelmässiges Glück. Da das Meer ziemlich rau ist, sind die Walhaie schwer ausfindig zu machen. Einer hat Stefan dann doch noch entdeckt. Dieser hat leider nicht wirklich Bock auf Besuch und macht sich dann nach einer Weile aus dem Staub.

Am Morgen früh dann der zweite Versuch. Das Wasser ist glatt und mit dem SUP können wir die Walhaie schnell ausfindig machen. Nur ca. 100 Meter vom Beach entfernt schwimmen zwei riesige Fische am Strand entlang. Frank wagt sich nach einigen Anläufen ins Wasser, doch im bleibt beinahe das Herz stehen. Der Fisch ist beeindruckend gross und Frank fühlt sich im riesigen Golf von Mexiko so munzig neben dem Walhai. Eine ganze Weile kann er mit dem Walhai mitschwimmen. Anschliessend wagt sich auch Tatjana mit dem SUP hinaus und paddelt eine ganze Zeit lang mit dem Walhai mit. Die Kids haben den Walhai am Abend davor von weitem gesehen und das war ihnen auch genug. Es ist ein unvergessliche Erlebnis.

Wir verbringen noch einige Tage in der Umgebung von La Paz. Von einer spontanen Bekanntschaft auf einem Supermarktparkplatz haben wir von einem Schweizer Hotel in La Paz erfahren. Da wir schon länger eine Postadresse für ein Onlineshopping benötigen, haben wir die Change gepackt. Wir haben Esther (Besitzerin des Hotels) angefragt, ob wir einige Pakete an ihre Adresse senden dürfen. Das hat super geklappt und wir konnten die Pakete bei ihrem sehr gemütlichen und liebevoll eingerichteten Hotel abholen. Besten Dank Esther!

Nördlich von La Paz befindet sich der berühmte Strand "Balandra". Die Natur hat hier eine traumhafte Bucht mit weissem Sand und türkisblauem Wasser geschaffen. Man könnte die Ganze Bucht zu Fuss überqueren, da das Wasser kaum tiefer als bis zur Hüfte reicht. Vom nahegelegenen Hügel hat mein eine super Aussicht. Hier treffen wir auch auf Sabrina und Robi mit ihren Kinder Maya und Lion. Maya ist im selben Alter wie Layla und so verbringen die zwei Girls ihre Zeit zu zweit. Wir alle geniessen es , mit jemand anderem als uns selber wieder einmal Schweizerdeutsch zu sprechen.

Nun wird es aber Zeit die Tickets für die Fähre auf das Festland zu reservieren. Es hat zwei Fähranbieter. Die erste (Baja Ferry) ist für Touristen gedacht und ist etwas teurer, da man in Kabinen übernachten muss. Die zweite (TMC) ist mehr eine Frachtfähre, auf welcher man im Fahrzeug übernachten darf. Dadurch ist die TMC natürlich günstiger.

Als wir die Reservation der günstigeren TMC Fähre am Schalter in La Paz machen möchten, wird uns freundlich mitgeteilt, dass auf dieser Fähre keine Kinder mitfahren dürfen und es wirklich eine Frachtfähre für LKW sei. Da wir jedoch von anderen Familien wissen, dass auch schon Kinder auf der Fähre mitgefahren sind, hat Frank einen Tag später direkt beim Büro am Hafen angerufen. Diesmal lief es ohne Probleme und wir können die Reservation machen. Die Kinder hat Frank natürlich nicht explizit erwähnt.

Unseren letzten Tag auf der Baja California verbringen wir mit Anja und Stefan am Beach bei Tecolote. Doch dann heisst es jedoch definitiv Abschied nehmen. Wir haben die gemeinsame Zeit und das wiederkehrende Treffen mit ihnen sehr genossen.

Am Tag der Verschiffung hat alles super funktioniert. Zollkontrolle, LKW wägen, messen und schlussendlich das Ticket bezahlen. Oh Wunder, schlussendlich hat man uns für die Kinder sogar einen Kindertarif verrechnet. So verboten wie anfänglich, können Kinder auf der Fähre nicht sein. Nach einer halben Stunde Wartezeit können wir schon auf die Fähre fahren. Wir dürfen auf dem obersten Deck parkieren. Wir stehen jedoch nicht ganz im Freien, sondern ganz vorne unter den übergelagerten Decks. Da es wirklich eine Frachtfähre ist finden wir hier keine Angenehmlichkeiten. Doch wir haben unseren Lasti als Rückzugsort und benötigen keine Infrastruktur. Das mexikanische Nachtessen an Bord lassen wir uns jedoch nicht entgehen. Verwunderlich ist, dass es wenig Absperrungen auf dem Schiff hat. Wir können uns auf jedem Deck aufhalten und überall unseren Kopf hineinstecken. Das gefällt natürlich Frank und den Kids.

Am nächsten Tag sind wir nur teils ausgeschlafen auf dem Festland in Mazatlán angekommen. Die Kühlaggregate der LKW haben uns immer wieder mal geweckt. Doch im Grossen und Ganzen war es eine angenehme Überfahrt.

Wir haben die knapp 2 Monate auf der Baja California super genossen. Nun sind wir gespannt auf das etwas mexikanischer Mexiko. Man sagt, dass die Baja California eine gute Vorbereitung auf das richtige Mexiko sei. Mal sehen wie wir das Erleben....


 
 
 
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