STATE UTHA
- Frank Stäheli
- 9. Nov. 2018
- 3 Min. Lesezeit

Es geschehen noch Wunder und wie es scheint wird es bei uns nun endlich wärmer. Wir merken deutlich, dass die Nächte nicht mehr so eisig kalt sind. In der Nähe von Salt Lake City befindet sich die grösste Kupfermine im Tagebau. Das möchten wir nicht verpassen. Das Touristenbüro von der Mine hat jedoch nach einem Erdrutsch geschlossen und so machen wir uns alleine auf den Weg zum Lookout, von welchem man in den Pit hineinsehen kann. Wir wissen jedoch noch nicht, ob wir mit unserem Lasti die kleine Bergstrasse hinaufkommen. Es geht abenteuerlich steil aufwärts und Tatjana gibt ihr bestes, da solche Strassen nahe am Abgrund nicht ihr Ding sind. Langsam keucht unser Lasti die engen Haarnadelkurven hinauf. Kurz vor dem Ziel liegt dann noch Schnee auf der Strasse. Da wird es auch Frank etwas mulmig. Mit 14 Tonnen fahren wir wie auf Eier auf der schmalen Strasse, wobei es seitlich nur in eine Richtung geht nämlich ins Tal. Am Lookout angekommen können wir das riesige Loch bestaunen. Unglaublich welch ein tiefes Loch hier in die Erde gesprengt und gebaggert wird. In der ganzen Mine haben wir rund 50 Dumper gezählt, welche viel Schutt jedoch auch das Wertvolle Erz aus der Grube fahren. Nach einem Z'vieri machen wir uns mit der notwendigen Vorsicht wieder auf den Rückweg.
Wir fahren weiter Richtung Arches Nationalpark (NP). Auf dem Weg halten wir noch bei einem Outlet Shoppingcenter an und gönnen uns einige Klamotten. Die Nacht verbringen wir auf einem Hügel südlich von Salt Lake City, bei welchem sich einige Gleitschirmpiloten profilieren. Auf Bundesland (BLM) kann man hier gratis campieren und so ein BLM ist dieser Hügel auch. Frank freute es immer wenn das Budget geschont wird. Ausnahmsweise hat es hier sogar ein super FREE WIFI. So Updaten wir alle unsere Geräte und Karten damit wir wieder auf dem neusten Stand sind.
In Moab angekommen (Dorf beim Arches NP) decken wir uns mit Essen, Wasser und Diesel auf. Weiter bringen wir unseren Haushalt wieder einmal auf Vordermann und waschen unsere Wäsche.
Im Arches NP sind wir dann voll geflasht. Wir fahren durch eine unwirkliche Welt von riesigen Gesteinsformationen. Rund drei Tage verbringen wir im Park. Wir machen viele kleine Wanderungen, erleben unglaubliche Sonnenuntergänge und Sternenhimmel. Die Natur zeigt sich hier von seiner schönsten Seite. Wir nehmen es gemütlich und so findet Tatjana Zeit um uns mit einem Zopf zu verwöhnen. Um aus dem Park zu fahren wählen wir eine Offroadstrasse. Es gibt einige Passagen bei denen sich das Chassis des Lasti richtig verwindet und die Lagerung des Wohnkoffers beinahe an ihr Limit kommt. Dabei muss sich Tatjana noch an die Schräglagen des Lasti gewöhnen. Nach rund 10 km, sind wir wieder auf befestigter Strasse. (Das war nur das WarmUp; Mehr Offroadgeschichten im nächsten Bericht!)
Wir fahren in den nächsten Park (Dead Horse State Park), welcher nur 15min entfernt ist. In diesem erleben wir eine komplett andere Landschaft. Riesige Canyon hat hier der Colorado River in den Sandstein gefressen. Für die Nacht suchen wir uns einen Platz auf der iOverlander APP, welcher weit ab vom Tourismus ist. Nach einer halben Stunde Offroad stehen wir nun in einer einsamen Landschaft, von welchem man eine unglaubliche Aussicht in die Ferne hat. Wenn man es nicht wüsste, könnte man meinen man ist hier alleine auf der Welt und so geht einmal mehr die Sonne am Horizont unter und gibt alle ihren schönsten Farben von sich.
Episode:
Eigentlich wollten wir bei unserem Wocheneinkauf noch 6 Flaschen Bier kaufen. Hier ist das jedoch etwas komplizierter. Die Dame an der Kasse fragte nach dem Ausweis. Darauf hielt ich meinen Führerausweis hin. Die Frau schaute auf Tatjana an und meine, sie müsse auch einen Ausweis haben. Na sowas!!! Wieso müssen wir beiden einen Ausweis haben? Die Kassiererin meinte nur, jeder in der Reihe müsse den Ausweis dabei haben, es geht nicht das nur der zahlende Kunde einen Ausweis hat. Da Tatjana ihr Portemonnaie im Lasti hatte machte sie einige Schritte zurück als ob sie nicht zu mir gehört. Das ist OK meinte die Kassiererin. Dann schaute sie meinen Ausweis an und machte grosse Augen. Darauf machte sie ein Telefon und ihr Chef kam ihr zur Hilfe. Dieser war mit dem Ausweis auch überfordert und machte noch ein Telefon. Mittlerweile lockere 3 Minuten vergangen und wir wollten das Bier gar nicht mehr kaufen. Der Chef entschuldigte sich mehrfach, jedoch hat er die Anweisung bekommen von mir den Pass zu verlangen, damit ich das Bier kaufen kann. Ich könne den Pass holen gehen, meinte er. Den nachkommenden Kunden zuliebe, welche immer noch geduldig warteten, haben wir die Übung abgebrochen und das Bier stehen gelassen. Von nun an werden wir wohl immer mit dem Pass einkaufen gehen.